TuS Horhausen - Gigathlon Schweiz

TuS Horhausen – Gigathlon Schweiz

19. Juli 2022

Am 02./03. Juli 2022 fand der seit 1998 legendäre Gigathlon in der Schweiz statt. Das von 2020 coronabedingt auf dieses Datum verschobene Rennen sollte nun zum letzten Mal stattfinden.

Mit dabei war Sonja Schneeloch vom TuS Horhausen als Einzelstarterin. Das Format wurde in den letzten Jahren immer wieder mal verändert, immer galt es aber 5 Disziplinen zu absolvieren. Dieses letzte Rennen führte zurück zu seinem Ursprung 1998 nur in umgekehrter Richtung.

Alles begann am Samstagmorgen um 6:10 Uhr mit einem 3 km langen Schwimmen im Zürichsee. Knapp 400 Athleten stürmten ins warme Wasser und absolvierten 2 Runden á 1.500 m. Sonja gelang es diese Distanz nach 1:02 Std. zu beenden und lief in die Wechselzone. Dort wurde sie durch ihren persönlichen Supporter, Bernd Büdenbender, empfangen und wechselte in die bereitgestellten Laufsachen. Anders als beim Triathlon benötigte jeder Athlet einen eigenen Supporter/Betreuer, der in den Wechselzonen mit dem richtigen Material bereitstehen sollte.

Die weitere Strecke führte laufend durch das Züricher Vorstadtviertel Brunau, vorbei an dem Fluss Sihl bis nach Sihlwald. Bis Kilometer 13 ließ es sich ganz entspannt laufen. Zwischen Kilometer 15 und 20 mussten hinauf zum Horgenberg 200 Höhenmeter bezwungen werden. Als Belohnung öffnete sich oben eine weite, hügelige Landschaft mit Ausblick auf den ganzen Zürichsee sowie den weiten Alpenbogen von Säntis, Glärnisch, über Rigi, Pilatus bis zu Eiger-, Mönch und Jungfrau. Die letzten Kilometer verliefen durch welliges Gelände Auf und Ab, bis nach 33 Kilometer und 500 Höhenmeter die Wechselzone Wollerau in Sicht war.

Dort stand Bernd mit den Wechselsachen und dem Rennrad in der Wechselzone. Der nächste geplante Stopp war 88 km entfernt. Die Strecke führte abwechslungsreich und nur leicht wellig am Walensee vorbei nach Landquart. Die ersten 500 Höhenmeter waren überwunden. In Landquart wurde eine kurze Pause eingelegt, wo Radflaschen und Verpflegung nachgefüllt wurden. Ab hier waren noch weitere 55 km zu absolvieren, die aber mit 2.000 Höhenmeter bezwungen werden wollten. Die Strecke führte hier durch Chur und anschließend über Lenzerheide, bekannt durch Mountainbike- und Skiweltcup-Rennen, bis nach Savognin.

Sonja erreichte nach 11:57 Stunden Renndauer das Zwischenziel mit dem Rennrad. Jetzt galt es schnell zu regenerieren, denn am Sonntag morgen um 7:00 Uhr stand der zweite Teil des Gigathlons an.

Dieses mal begann der Tag mit dem Mountainbike. Die Bikestrecke führte über den Septimerpass mit 2310 m ü.M., der höchste Punkt des Gigathlons. Ab Savognin mussten bis zur Passhöhe 1500 Höhenmeter bewältigt werden. In einem ersten Abschnitt von Tinizong bis Sur auf 8 Kilometern 700 Höhenmeter und von Bivio auf 8 Kilometern 550 Höhenmeter. Anschließend ging es über steinige Abfahrten, die teilweise geschoben und das Rad getragen werden mussten, an den Fuß des Maloja-Passes, am Löbbia-Stausee vorbei und von Roticcio hinunter nach Vicosoprano. Dort hatte der Betreuer seinen letzten Einsatz und hatte erneut die Laufsachen in dem Wechselbeutel.

Der Start der Traillaufstrecke befand sich an der antiken Steinbrücke im historischen Dorfkern von Vicosoprano. Die letzte Disziplin Traillauf bestand aus 24 km.

Die Strecke führte die ersten 9 km über anspruchsvolle Wanderwege, bis es hinunter nach Castasegna an die italienische Grenze ging. Auf dem Weg zurück nach Vicosoprano wurde erneut der Fluss Mera überquert und vier Kilometer später bei Bondo auf der nach dem dramatischen Bergsturz von 2017 neu erstellten Hängebrücke die Bundasca. Nach gut 24 km mit 1.000 Höhenmeter war das Ziel nach erneut knapp 8 Stunden Renndauer endlich in Sicht.

Nach 3 km Schwimmen, 33 km Laufen/ 500 Höhenmeter, 143 km Rennrad/2600 Höhenmeter, 41 km Mountainbike/1.500 Höhenmeter und 24 km Traillauf/1000 Höhenmeter (gesamt 244 km/5600 HM) erreichte Sonja nach einer Gesamtrenndauer von 19:54 Stunden im Mittelfeld der Frauenwertung das Ziel in Vicosoprano.

Nicht nur das Wetter hatte gut mitgespielt, die Sonne schien an beiden Tagen ununterbrochen, sondern auch die Veranstalter haben alles dafür gegeben, den Athleten trotz der Anstrengungen ein schönes Erlebnis zu bieten.